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DiVo: Mehr Mitnahmeeffekt beim Aufstieg

Mitarbeitende der evangelischen Kirche in Bayern behalten beim Aufstieg in höhere Entgeltgruppen jetzt ihre bisherige Stufe


München/Nürnberg, 1. August 2014. Die Arbeitsrechtliche Kommission der Evangelisch-Lutherischen Kirche (ARK) in Bayern hat bei ihrer Sitzung am 4. Juli 2014 beschlossen, die Mitnahmeeffekte beim Aufstieg in höhere Entgeltgruppen zu verstärken und damit mögliche Ungerechtigkeiten auszuschließen. Rückwirkend ab 1. Juli 2014 nehmen Mitarbeitende der evangelischen Kirche in Bayern, die in eine höhere Entgeltgruppe aufsteigen, ihre bisher erreichte Stufe mit.


Wer aufsteigt soll in bayerischer evangelischer Kirche rückwirkend ab 1. Juli 2014 mehr belohnt werden als bisher. Die in der bisherigen Entgeltgruppe erreichte Stufe geht bei der Höhergruppierung einfach mit. Bisher wurden Mitarbeitende bei einer Höhergruppierung derjenigen Stufe zugeordnet, in der sie mindestens ihr bisheriges Tabellenentgelt erhielten. Die neue Regelung gilt ab 1. Juli 2014 auch für alle Mitarbeitenden, die ab 1. Januar 2012 höhergruppiert wurden und in der Stufe zurückgefallen sind.


Absolviert zum Beispiel eine Kinderpflegerin, die bisher in Entgeltgruppe 5 und Stufe 4 TV-L eingruppiert war und 2484,57 Euro brutto verdiente, die neunmonatige Zusatzqualifikation zur Erzieherin, steigt sie jetzt in Entgeltgruppe 8 auf und behält Stufe 4. Sie kommt damit auf ein Bruttogehalt von 2797, 89 Euro. Vor der Neuregelung wäre sie in der neuen Entgeltgruppe in Stufe 3 eingruppiert worden und hätte lediglich 2689,65 Euro brutto pro Monat verdient.


Die neue Regelung dient der Bindung und Gewinnung qualifizierter Fachkräfte. „Im immer stärker werdenden Wettbewerb um Fachkräfte im sozialen Bereich wollen die evangelische Landeskirche und die Diakonie mit dieser Neuregelung ein Zeichen setzen. Zum einen wollen wir unseren Mitarbeitenden einen echten Anreiz bieten, sich weiterzubilden. Zum anderen wollen wir verhindern, dass Mitarbeitende nach einer Qualifikation den Arbeitgeber wechseln, weil sie so mehr Geld verdienen“, sagt Dr. Karla Sichelschmidt, Vorsitzende der ARK Bayern.