Startseite  |  Seitenübersicht  |  Suche  |  Impressum
 

Ein großer Schritt

Trotz ihres Streits ums Streikrecht haben sich Diakonie und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Niedersachsen über Lohnerhöhungen verständigt. Ob die Einigung ein Schritt auf dem Weg zu einem Flächentarif Soziales ist, muss sich noch erweisen.

03.06.2013 | von Bettina Markmeyer | epd

 

Nach monatelanger Blockade ist wieder Bewegung in die Auseinandersetzung um das kirchliche Arbeitsrecht gekommen. In Niedersachsen verständigten sich die Diakonie und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sowie der Marburger Bund auf Lohnerhöhungen für die rund 30.000 Beschäftigten in kirchlichen Altenheimen und Krankenhäusern.

[lesen sie weiter...]


Gewerkschaften und Diakonie in Niedersachsen erzielen Tarifabschluss

Erstmals haben Gewerkschaften und die diakonischen Arbeitgeber in Niedersachsen einen Tarifabschluss für mehr als 30.000 Diakonie-Beschäftigte ausgehandelt.

 

22.05.2013 | epd

 

 

Die meisten Mitarbeiter erhalten 5,5 Prozent mehr Gehalt, die Pflegerinnen und Pfleger in der Altenhilfe allerdings nur 2,5 Prozent, wie die Gewerkschaften ver.di und Marburger Bund sowie der Diakonische Dienstgeberverband Niedersachsen (DDN) in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch in Hannover mitteilten. Die Ärzte in den Diakonie-Krankenhäusern bekommen 6,9 Prozent mehr.

Bisher waren die Gewerkschaften an den Lohnverhandlungen in der Diakonie nicht beteiligt. Anfang April setzten sie sich erstmals an einen Tisch. Sie kamen dabei auch einer Forderung des Bundesarbeitsgerichts nach. Die Gehälter sollen rückwirkend in zwei bis drei Schritten steigen. Weitere Details sollten am Donnerstag bekanntgegeben werden.

Die überraschende Einigung bringt neue Bewegung in den seit zwei Jahren festgefahrenen Streit zwischen den Gewerkschaften und den diakonischen Dienstgebern. Die Arbeitgeber hatten bisher mit Verweis auf das kirchliche Arbeitsrecht direkte Verhandlungen mit Gewerkschaften abgelehnt. Ver.di wiederum hatte in der Vergangenheit scharfe Kritik am kirchlichen Arbeitsrecht geübt und zu Streiks aufgerufen.

 

Weniger Lohnerhöhung in der Altenhilfe

Ver.di-Sekretärin Annette Klausing bedauerte, dass die Lohnerhöhungen in der Altenhilfe geringer ausfallen: "Dies ist besonders bitter, weil die Arbeit der Altenpflegerinnen genauso viel wert ist wie die der Krankenpflegerinnen. Deshalb brauchen wir unbedingt einen Tarifvertrag Soziales, der die Lohnkonkurrenz in diesem Bereich aufhebt."

Der DDN-Vorsitzende Hans-Peter Hoppe machte für den unterschiedlichen Lohnanstieg die mangelnde Refinanzierung der Pflege durch die Kassen verantwortlich. "Die Gewerkschaften wollten möglichst viel für die Beschäftigten erreichen, die diakonischen Arbeitgeber ihre jeweiligen Einrichtungen nicht überfordern." Dieser Spagat habe die Verhandlungen geprägt, doch der Kompromiss sei tragfähig.


Ebnet die Einigung in Niedersachsen den Weg zum Flächentarif?

 

Berlin (epd). Nach monatelanger Blockade ist wieder Bewegung in die Auseinandersetzung um das kirchliche Arbeitsrecht gekommen. In Niedersachsen verständigtensich die Diakonie und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sowie der Marburger Bund auf Lohnerhöhungen für die rund 30.000 Beschäftigten in kirchlichen Altenheimen und Krankenhäusern.

Über die Folgen der Einigung hat am Freitag der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beraten. Die evangelische Kirche überarbeitet derzeit die Grundsätze ihres Arbeitsrechts und will im Herbst eine Reform verabschieden. Sie reagiert damit auf Vorwürfe, die Tarifgestaltung in diakonischen Einrichtungen sei kaum noch nachvollziehbar und führe zu Niedriglöhnen, mehr Leiharbeit und der Ausgliederung von Einrichtungen in Billiglohn-Branchen. Nach Angaben der EKD sind die Löhne allerdings in der Regel höher als bei anderenAnbietern in der Sozialbranche.

Sozialpartnerschaft angestrebt

In Niedersachsen haben sich Diakonie und Gewerkschaften nicht nur über Lohnerhöhungen zwischen 2,5 und 5,5 Prozent verständigt, sondern darüber hinaus vereinbart, eine Sozialpartnerschaft anzustreben. Bis zum April 2014 wollen sie einen Tarifvertrag abschließen, dem die Landeskirchen zustimmen müssen. Sie haben die Einigung bereits begrüßt. Ähnliche Regelungen gibt es in der Nordkirche und in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische-Oberlausitz. Die Bestrebungen in Niedersachsen gehen aberweiter.

Bis zum Jahr 2020 wollen Diakonie und Gewerkschaften einen Flächentarif Soziales für die rund 425.000 Beschäftigten in der niedersächsischen Sozialbranche erreichen. Das hätte bundesweit Modellcharakter. Die kirchenpolitische Sprecherin der SPDBundestagsfraktion, Kerstin Griese, sprach von einem großen Schritt. Griese, die von 2009 bis 2010 demBundesvorstand der Diakonie angehörte, setzt sich mit Unterstützung ihrer Partei für einen bundesweiten Branchentarif Soziales ein, um dem verbreiteten Lohndumping zu begegnen. Dafür müssen die kirchlichen Arbeitgeber mit rund 1,3 Millionen Beschäftigten ins Boot. Jede Einigung mit Gewerkschaften stärkt die Hoffnung der SPD und auch von Teilen der Grünen, dass dies möglich ist.

Wie das aber in der Praxis funktionieren soll, ohne dass die Kirchen ihr eigenes Arbeitsrecht aufgeben, ist seit Jahren der Gegenstand hitziger Debatten zwischen Kirchen, Gewerkschaften und Politik. Bekanntester Streitpunkt ist das Streikrecht. Streik und Aussperrung sind in kirchlichen Einrichtungen verboten. Dienstgeber und Dienstnehmer handeln in arbeitsrechtlichen Kommissionen ohne Beteiligung der Gewerkschaften Löhne und Arbeitsbedingungen aus, notfalls mit Hilfe eines Schlichters.

Für die Gewerkschaften hingegen sind Tarifverhandlungen und der Arbeitskampf zur Durchsetzung ihrer Forderungen ein unverzichtbares Grundrecht. Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt hatte im November vorigen Jahres entschieden, dass kirchlichen Beschäftigten das Streiken nicht grundsätzlich verboten werden kann - zugleich aber das eigenständige Arbeitsrecht der Kirchen bekräftigt. Ver.di hat gegen das Urteil Verfassungsbeschwerde eingelegt. Der Gewerkschaft reicht es nicht, dass das Gericht ihr lediglich mehr Mitwirkungsmöglichkeiten im Rahmen des kirchlichen Arbeitsrechts zugestanden hat.

Der weiter schwelende Konflikt ist der Grund, warum EKD-Sprecher Reinhard Mawick die Ausstrahlung der niedersächsischen Einigung zurückhaltender beurteilt als die SPD-Politikerin Griese. Es sei gut, dass etwas in Bewegung komme, sagt er. Die Verständigung sei aber auch der Tatsache geschuldet, »dass die die strittige Frage nach dem Streikrecht offen geblieben ist«. Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler übt sich ebenfalls in Zurückhaltung. Die Einigung ebne den Weg zu einem Tarifvertrag, sagt sie und nennt die Vereinbarung einen »bedeutsamen Schritt«. Er zeige, »dass Verhandlungenzwischen ver.di und Diakonie durchaus möglich sind«. Weiter will aber auch sie einstweilen nicht gehen.

Bettina Markmeyer (epd)

 

 

Konföderation

Hannoversche Landessynode hält an Idee einer gemeinsamen Kirche in Niedersachsen fest

Hannover (epd). Die hannoversche Landessynode will an der Idee einer gemeinsamen Kirche in Niedersachsen festhalten. Sie begrüßte am Samstag in Hannover die Bereitschaft der vier anderen evangelischen Kirchen in dem Bundesland, die Konföderation in abgespeckter Form weiterzuführen. Gleichzeitig behält sie sich die Möglichkeit vor, ihre Mitarbeit in dem Gremium zu kündigen. Eine endgültige Entscheidung will das Kirchenparlament bei seiner nächsten Tagung im November treffen, beschlossdie Synode einstimmig.

Im Gegensatz dazu hatten sich die Kirchen von Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche in den vergangenen Tagen bereits dafür ausgesprochen, die Konföderation verschlankt fortzuführen. Ein Vertragsentwurf dazu liegt allen fünf Mitgliedskirchen vor. Er soll bis zum Herbst von den jeweiligen Synoden endgültig verabschiedet werden. Danach soll das Parlament des Gremiums künftig ersatzlos wegfallen. Mit der Konföderation vertreten die Kirchen ihre Interessen gegenüber dem Land.

Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen entstand 1971 und repräsentiert heute rund vier Millionen Protestanten. Zu ihr gehören die vier evangelisch-lutherischen Landeskirchen Braunschweig (380.000 Mitglieder), Hannover (knapp 2,9 Millionen), Oldenburg (443.000) und Schaumburg-Lippe (61.000) sowie die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sitz in Leer (188.000). Vor vier Jahren war der Versuch, eine einheitliche Kirche auf den Weg zu bringen, am Widerstand der kleineren Kirchen gescheitert.

 

Niedersachsen

Diakonische Werke schließen sich zusammen

Hannover (epd). Die Diakonie in Niedersachsen will in Zukunft stärker mit einer Stimme sprechen. Vier von fünf Diakonischen Werken im Land wollen zum Jahresbeginn 2014 ein umfassendes »Diakonisches Werk in Niedersachsen       « gründen. »Die Diakonie tritt geschlossen auf«, sagte der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, Christoph Künkel, am Freitag vor der evangelischen Landessynode in Hannover. Sie werde ihre Interessen gegenüber dem Land künftig deutlicher vertreten. Die oldenburgische Diakonie beteiligt sich vorerst nicht an dem Zusammenschluss.

Die Diakonie der evangelischen Kirche gehört mit insgesamt 3.000 sozialen Einrichtungen, 50.000 hauptberuflich Beschäftigten und mehr als 30.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu den größten Wohlfahrtsverbänden in Niedersachsen. Zu den Einrichtungen gehören Krankenhäuser und Altenheime sowie Häuser der Jugend und Behindertenhilfe.

Nach den Plänen werden die Diakonischen Werke der Landeskirchen von Braunschweig und Hannover in dem neuen, größeren Werk aufgehen. Die Werke der Evangelisch-reformierten Kirche sowie der LandeskircheSchaumburg-Lippe bleiben eigenständig, sind aber zugleich Mitglieder im landesweiten Werk. Mit der Diakonie der oldenburgischen Kirche schließt das neue Werk eine Sondervereinbarung. Die fünf Einzelwerke waren bisher durch einen Verein locker miteinander verbunden. Die Synoden der vier beteiligten Landeskirchen sollen bis zum Herbst die rechtlichen Voraussetzungen für die Fusion schaffen. Im Januar 2014 soll der Zusammenschluss dann mit einem Gottesdienst und einem Festakt gefeiert werden. Bei der Landessynode in Hannover betonten mehrere Mitglieder des Kirchenparlaments, die Fusion in der Diakonie nehme eine Entwicklung vorweg, die bei den fünf Trägerkirchen selbst noch ausstehe.

 

Nordkirche

Bischof Ulrich tritt seinen Dienst an

Schwerin/Schleswig (epd).

Eine knappe Woche lang hat Gerhard Ulrich, leitender Bischof der VereinigtenEvangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), kein regionales Bischofsamt: Am Dienstag war der 62-Jährige von seinem Amt als Schleswiger Bischof entpflichtet worden, das er seit Mitte 2008 innehatte; am Montag wird er seinen Dienst als neuer und erster Landesbischof der Nordkirche mit Sitz in Schwerin antreten. Die offizielle Amtseinführung als Landesbischof ist erst für den 25. August im Schweriner Dom vorgesehen. Ulrich war am 21. Februar im Lübecker Dom von der Synode der Nordkirche in dieses Leitungsamt gewählt worden. VELKD-Chef ist er seit November 2011. Die Wahl für seine Nachfolge im Bischofsamt für den Sprengel Schleswig und Holstein soll nach Angaben der kirchlichen Pressestelle voraussichtlich im kommenden Jahr stattfinden.

Der neue Dienstsitz für Ulrich in der Schweriner Münzstraße birgt die Besonderheit, dass in dem Gebäude künftig zwei Bischöfe residieren werden: Auch die Kanzlei von Andreas von Maltzahn, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, ist dort angesiedelt. Laut Kirchensprecher Christian Meyer (Schwerin) sind »gute Arbeitsbedingungen« geschaffen worden: Das geschichtsträchtige, 1715 errichtete Haus mit seiner schlichten klassizistischen Fassade und seinen repräsentativen Räumen samt Festsaal sei »ein Segen«: Es könne auch für Tagungen und Empfänge genutzt werden. Das Gebäude ist künftig auch Sitz der Stabsstelle Presse und Kommunikation der Nordkirche.


Niedersachsen: Gemeinsames Ziel mit Gewerkschaften ist ein Flächentarifvertrag Soziales

Gewerkschaften und Kirchen in Niedersachsen haben Konsequenzen aus den Urteilen zum kirchlichen Arbeitsrecht gezogen. Sie wollen künftig Tarifverträge schließen, die sowohl die Interessen der Gewerkschaften wie die der Kirchen berücksichtigen. Dabei erkennen beide Partner an, dass es noch immer unterschiedliche Auffassungen zur Rechtslage gibt. Sie sind sich dennoch darin einig, dass für die Mitarbeitenden in der Diakonie und das Wohl der Unternehmen zeitnah vertragliche Lösungen gefunden werden müssen. Dazu haben Gewerkschaften und Kirchen eine Vereinbarung paraphiert, die die wesentlichen Eckpunkte weiterer Verhandlungen benennt.

Voraussetzung und Grundlage für den Abschluss von Tarifverträgen sind kirchengesetzliche Regelungen, die sowohl die EKD wie auch die Konföderation in ihren Gremien in den kommenden Monaten beschließen werden. Zugleich werden die Diakonie und Gewerkschaften als Sozialpartner in Niedersachsen das Ziel verfolgen, auch die anderen Verbände der Freien Wohlfahrtspflege für einen Flächentarifvertrag Soziales in Niedersachsen zu gewinnen. Ein Flächentarifvertrag könnte allgemeinverbindlich erklärt werden und damit das Lohndumping der tarifungebundenen Wettbewerber verhindern.

Bis zum Herbst wollen sich Gewerkschaften und Kirchenvertreter über Einzelfragen verständigt haben. Dazu gehören ein verbindliches Verfahren zur Schlichtung oder Übergangslösungen für Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, Fragen der Zusatzversorgung oder die Anpassung von bestehenden Haustarifverträgen sind weitere Punkte einer umfangreichen Tagesordnung, die man nun gemeinsam bearbeiten will. Letztlich beschließen muss diesen neuen Weg von Kirche und Gewerkschaften die Synode der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Die Beteiligten hoffen auf zügige Ergebnisfindungen, so dass die Synode auf ihrer nächsten Tagung im Frühjahr 2014 beschließen kann. Bis dahin soll Friedenspflicht herrschen, vorausgesetzt die diakonischen Dienstgeber und die Gewerkschaften einigen sich auch auf einen Entgeltabschluss für 2013.

 


Diakonie Deutschland begrüßt Sozialpartnerschaft in Niedersachsen

Berlin, 12. März 2014   "Wir haben ausdrücklich zwei Straßen gebaut. Wir
sind froh, dass nun beide befahren werden", sagt Diakonie-Präsident Johannes
Stockmeier am Mittwoch in Berlin. Anlass ist die heutige Unterzeichnung
einer sozialen Partnerschaft zwischen der Konföderation evangelischer
Kirchen in Niedersachsen, des Diakonischen Werkes in Niedersachsen und der
Dienstleistungsgewerkschaft Verdi Niedersachsen-Bremen sowie des Marburger
Bunds Niedersachsen. "Dies ist der erste Schritt in Richtung Tarifverträge auf kirchengesetzlicher Grundlage in Niedersachsen, wie es sie auch in der Nordkirche und in Berlin-
Brandenburg- schlesische Oberlausitz gibt", ergänzt Stockmeier.

Tarifverträge auf kirchengesetzlicher Grundlage stellten eine Möglichkeit
zur Setzung von kirchlichem Arbeitsrecht dar. Eine andere Möglichkeit sei
die Beschlussfassung Arbeitsrechtlicher Kommissionen im Dritten Weg. Welche
Möglichkeit jeweils sinnvoll sei, hinge von der konkreten Situation in den
jeweiligen Landeskirchen ab. "Wir sind überhaupt nicht skeptisch. Wir sind
sehr überzeugt vom Dritten Weg, den wir durch die neuen Regelungen deutlich
gestärkt haben, haben aber ganz bewusst auch Tarifverträge auf
kirchengesetzlicher Grundlage gleichgestellt. Das war ein großer Schritt von
EKD und Diakonie", betont Stockmeier. Diese  Einigung zeige insgesamt, dass
kirchliches Arbeitsrecht funktioniert.

"Diakonie und Gewerkschaften setzen sich gemeinsam für gute
Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden, für eine ausreichende Refinanzierung
der sozialen Arbeit und für eine solidarische und soziale Gesellschaft ein.
Beide Seiten haben sich aufeinander zubewegt: Die Diakonie hat den
Tarifvertrag, Verdi die Schlichtung akzeptiert. Die Entwicklungen in
Niedersachsen tragen sicherlich dazu bei, den Dauerstreit zwischen Verdi und
Diakonie zu lösen", bekräftigt der Diakonie- Präsident.



Diakonie schließt Mitglied aus

Erstmals hat das Diakonische Werk der Hannoverschen Landeskirche den Verein Evangelisch Lutherisches Wichernstift in Gandakersee ausgeschlossen.


Mehr Informationen

 


VKM Deutschland kritisiert neue Nordkirche

Die VKM Nordelbien - Teil des VKM Deutschland - wollte nicht an der Gründungsversammlung der evangelischen Nordkirche teilnehmen.

Insbesondere kritisierte sie die schlechteren Tarifbedingungen für die Mitarbeiter der neuen Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern.

Die gesamte Pressemitteilung


Statistik: In der evangelischen Kirche arbeiten immer mehr Frauen

Hannover (epd). In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) arbeiten immer mehr Frauen. Unter den rund 224.337 Beschäftigten betrage der Frauenanteil 75,7Prozent, heißt es in einer am Mittwoch in Hannover veröffentlichten Statistik-Broschüre auf Basis der aktuellsten Zahlen von 2011. Im Jahr 2002 lag der Frauenanteil noch bei rund 71 Prozent. Mehr als 90.000 aller Mitarbeiter waren in der Kinderbetreuung beschäftigt.

Insgesamt arbeiteten hauptamtlich etwa 677.000 Menschen bei der evangelischen Kirche, ihren Gemeinden und ihren vielfältigen diakonischen Einrichtungen, teilte die EKD weiter mit: »Dabei nimmt sich die Zahl der Theologinnen und Theologen mit knapp 21.500 eher bescheiden aus.« Der Frauenanteil unter der Pfarrerschaft liegt bei 33,5 Prozent. In der Diakonie sind 78,5 Prozent der Beschäftigen weiblich.

Die EKD verzeichnet zudem weniger Austritte. Im Jahr 2011 haben 141.497 Menschen ihrer Kirche den Rücken gekehrt, wie sich weiter aus der Kirchenstatistik ergibt. Im Jahr 2010 waren es noch rund 3.700 mehr, womit sich ein leichter Positivtrend der letzten Jahre fortsetzte. Rund 53.300 traten 2011 neu in die evangelische Kirche ein. Von den rund 80 Millionen Einwohnern Deutschlands ist weiterhin fast jeder Dritte evangelisch. Der Statisti zufolge gehörten Ende 2011 der evangelischen Kirche 23,6 Millionen Menschen an (2010: 23,9 Millionen). Nach der aktuellsten Statistik der katholischen Deutschen Bischofskonferenz gab es in Deutschland 2011 rund 24,5 Millionen römisch-katholische Christen. Das sind ebenfalls fast ein Drittel der deutschen Bevölkerung.

Die kirchliche Statistik der katholischen Bistümer in Deutschland 2011 registriert 126.488 Austritte und 10.380 Eintritte und Wiederaufnahmen. Der Anteil der Christen in der Bevölkerung lag 2011 den Angaben der EKD zufolge bei 61,5 Prozent. Darin sind neben Katholiken und Protestanten auch Mitglieder der evangelischen Freikirchen, der orthodoxen sowie andererchristlicher Kirchen und Gemeinschaften enthalten. 1990 stellten allein die evangelischen und römisch-katholischenChristen noch mehr als 70 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung.

Die Zahl der Kirchengemeinden hat sich leicht reduziert. 2011 gab es 15.007 evangelische Gemeinden, 2010 noch 15.129. Bei den sogenannten kirchlichen Amtshandlungen wie Taufen, Konfirmationen und Trauungen gab es kaum Veränderungen: 174.196 junge Menschen wurden getauft (2010: 174.164), 238.487 konfirmiert (210: 231.891) sowie rund 48.400 getraut (2010: 51.882).

Die Zahlen machten deutlich, dass die Kirche zum Leben vieler Menschen gehöre, »auch solcher, die selten oder nie in einem evangelischen Gemeindegottesdienst anzutreffen sind«, erklärte der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider im Vorwort.

Die Broschüre »Evangelische Kirche in Deutschland -

Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben« (Ausgabe 2013)

kann kostenlos bestellt werden im Kirchenamt der EKD in

Hannover: Telefon: 0511/27 96-359

Die Broschüre ist im Internet abrufbar unter:

 www.ekd.de/download/zahlen_und_fakten_2013.pdf

 


Ulrich Lilie wird neuer Präsident der Diakonie Deutschland

Berlin, 7. Dezember  2013   Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland hat gestern der Berufung von Pfarrer Ulrich Lilie zum neuen Präsidenten der Diakonie Deutschland zugestimmt. Lilie wurde im November vom Aufsichtsrat des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung berufen. Das Berufungsverfahren ist erst abgeschlossen, wenn die Mitglieder der Konferenz Diakonie und Entwicklung am 28. März 2014 die Berufung bestätigen.

Der  56-jährige Lilie ist seit 2011 Theologischer Vorstand der Graf-Recke-Stiftung in Düsseldorf, eine der ältesten diakonischen Einrichtungen Deutschlands mit 1.500 Mitarbeitenden. Zuvor war er Stadtsuperintendent des Kirchenkreises Düsseldorf. Lilie studierte Theologie in Bonn, Göttingen und Hamburg und war Pfarrer der Evangelischen Friedens-Kirchengemeinde Düsseldorf. Er absolvierte verschiedene Fort- und Weiterbildungen, unter anderem in Gestaltseelsorge, Medizinethik sowie Führung. Lilie ist verheiratet und hat vier Kinder im Alter von 14 bis 20 Jahren.

Pfarrer Ulrich Lilie folgt auf Oberkirchenrat Johannes Stockmeier, der nach dreieinhalbjähriger Amtszeit im Mai 2014 in den Ruhestand gehen wird. Lilie wird zudem stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung.


»Diakonie Hessen« aus der Taufe gehoben

Diakonische Werke unterzeichnen Fusionsvertrag

Die Spitzenvertreter der Diakonischen Werke in Hessen und Nassau und in Kurhessen-Waldeck haben am 4. Juli in der Kongresshalle Gießen feierlich die Fusion der beiden Werke besiegelt. Von l. nach r. hinten: Staatsminister a.D. Karl Peter Bruch, Harald Clausen, Wilfried Knapp, Pfarrer Joachim Bertelmann. Am Tisch sitzen der neue VorstandsvorsitzendeWolfgang Gern und der neue theologische Vorstand Horst Rühl.

epd-bild / Rolf K. Wegst

Gießen (epd). Historischer Tag für die Diakonie in Hessen: Die Vorstände der beiden DiakonischenWerke haben am 4. Juli in Gießen feierlich einen Fusionsvertrag unterzeichnet. Zuvor beschlossen die Mitgliederversammlungen der Diakonischen Werke in Hessen und Nassau (DWHN) und Kurhessen-Waldeck (DWKW) in getrennten Sitzungen den Zusammenschluss. Damit gibt es jetzt nur noch eine »Diakonie Hessen«. Man wolle »künftig sozialpolitisch mit einer Stimme sprechen und das diakonische Zeugnis der Kirchen stärken «, sagte der Vorstandsvorsitzende der neuen Diakonie Hessen, Wolfgang Gern, dem epd am Rande der Vertragsunterzeichnung. Gern war bisher Vorstandsvorsitzender des DWHN. Bestimmte Arbeitsbereiche sollten in Zukunft gestärkt werden, vor allem die Pflege, sozialpolitische Fragen des Sozialrechts und die wirtschaftliche Beratung. »Die Pflege hat nicht die richtige Wertschätzung in unserer Gesellschaft und in der Politik«, kritisierte der neue theologische Vorstand Horst Rühl, der bisher Vorstandsvorsitzenderdes DWKW war. Menschen, die im Alter arm würden, seien auf Sicherungssysteme angewiesen, wie sie die Diakonie biete. Das sei eines der großen Zukunftsthemen, sagte Rühl.

Im Sommer soll die Eintragung ins Vereinsregister erfolgen. Damit wird die Fusion endgültig vollzogen sein und rückwirkend zum 1. Januar 2013 gültig. Zur neuen Führungsspitze gehört neben Gern und Rühl auch der bisherige DWHN-Vorstand für Personal, Organisation und Finanzen,Wilfried Knapp, der jetzt als kaufmännischer Vorstand verantwortlich ist. Harald Clausen, bisher Direktor des DWKW, wird neuer juristischer Vorstand.

Der Fusionsprozess startete bereits 2006. Zur neuen »Diakonie Hessen - Diakonisches Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck e.V.« gehören insgesamt 738 Einrichtungen und ambulante Dienste mit 34.500 hauptamtlichen Mitarbeitern. Es habe bisher keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben, das sei auch nicht vorgesehen und nicht Ziel des Fusionsprozesses, erläuterte Gern. Allerdings müsse man Synergien nutzen. Möglicherweise gebe es Verschiebungen in Bereiche, die man stärken wolle. Die neue Diakonie Hessen hat ihren Hauptsitz in Frankfurt, eine Zweigstelle in Kassel und ist auch in Teilen von Rheinland-Pfalz und im thüringischen Schmalkalden tätig. Mit einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro wird sie der mit Abstand größte Wohlfahrtsverband in Hessen sein. Die erste gemeinsame Mitgliederversammlung der Diakonie Hessen wird am 15. November in der Stadthalle Oberursel stattfinden.

Internet:  www.diakonie-hessen-nassau.de,

 www.dwkh.de

 


Jörg Kruttschnitt wird neuer Vorstand im Diakonie Bundesverband

Der Diakonische Rat des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland hat Jörg Kruttschnitt zum Vorstand für den Bereich Recht, Sozialökonomie und Personal im Diakonie Bundesverband berufen.

Zurzeit ist er zweiter Vorsitzender des Vorstands der Diakonie Bayern.  Sein neues Amt in Berlin wird er im Januar 2012 antreten. Jörg Kruttschnitt folgt auf Wolfgang Teske, der seit Mai 2011 Vorstand im Diakonischen Werk Mitteldeutschland  ist.

Im Diakonie-Vorstand wird Kruttschnitt zuständig sein für das im Aufbau befindliche Zentrum Recht und Wirtschaft. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Herrn Kruttschnitt", sagt Diakonie-Präsident Johannes Stockmeier. "Gemeinsam mit Vizepräsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel, dem sozialpolitischen Vorstand Maria Loheide sowie den zukünftigen Vorstandskollegen des Evangelischen Entwicklungsdienstes Tilman Henke und Claudia Warning sind wir nun für die aktuellen politischen Herausforderungen bestens gerüstet", erklärt Stockmeier auch mit Blick auf die Fusion der beiden Werke 2012.

"Damit ist der Vorstand des Diakonischen Werkes der EKD wieder komplett", sagt Landesbischof Frank Otfried July und freut sich auf die künftige Zusammenarbeit.

"Diakonische Einrichtungen und ihre Mitarbeitende erlebe ich stets sehr kompetent und engagiert. Für ihre Arbeit brauchen sie gute politische, rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Sich darum zu kümmern, sind wir ihnen schuldig", sagt Kruttschnitt.

Der 48-jährige promovierte Theologe und Jurist  ist seit 2000 zweiter Vorsitzender des Vorstands der Diakonie Bayern. Dort ist er zuständig für die Bereiche Recht, Wirtschaft, Innere Verwaltung und Offene Soziale Dienste. Nach dem Doppelstudium Jura und Theologie in Bonn, Marburg, Tübingen, Lausanne und München  war Kruttschnitt als Jurist in einer Anwaltskanzlei und einem Wirtschaftsunternehmen tätig. Kruttschnitt ist verheiratet und hat eine Tochter.

Berlin, 12. September  2011