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Verlässliche Dienstplangestaltung – Was wir als Dienstnehmer*innen dafür tun können!

Liebe Kolleg*innen,

als Fachgruppe Pflege konnten wir unsere erste Fortbildung zum Thema Verlässliche Dienstplangestaltung in Nürnberg am 11. Februar abhalten. Das Thema Dienstplan ist zentral und brisant für diejenigen, die ihn erstellen und für die Dienstnehmer*innen, die tagtäglich danach arbeiten. Unsere Teilnehmergruppe war entsprechend gemischt mit Verantwortlichen und Tätigen auf beiden Seiten.

Unsere vkm-Referenten Thomas Hink, Rummelsberger Gesamtmitarbeitervertreter und Mitglied in der ARK in Bayern, sowie auf EKD-Ebene für die Diakonie, und Alexander von Hof, Mitarbeitervertreter der Rummelsberger Diakonie (Altenhilfe) in Nürnberg und Mitglied im Vorstand der Vereinigung der Pflegenden in Bayern, waren fachlich hochkompetent. Dies zeigte sich dadurch, dass beide verständlich die entsprechenden AVR-Regelungen zu Dienstplan und MAV-Beteiligung in Bezug zu den konkreten Fragen aus dem Plenum erklärten. Eigentlich ist es auch erschreckend, dass vieles vor Ort in den Dienststellen unserer Diakonie sowohl bei den Leitungen wie auch bei den „einfachen“ Dienstnehmer*innen scheinbar wenig bekannt ist bzw. nicht AVR- und MVG-konform umgesetzt wird. Und das, obwohl die arbeitsrechtlichen Regelungen schließlich seit Jahren verbindlich und dementsprechend angewendet werden sollten bzw. müssten. So gibt es Dienststellenleitungen, welche der vollen Überzeugung sind, dass eine MAV überflüssig sei und nur das sowieso knappe Budget der Pflege belasten würde. Hier zeigt sich, dass bezüglich einer angemessenen Vertretung der Interessen die Pflege-Beschäftigten noch viel Luft nach oben ist und wie dringend auch unsere Fachgruppe Pflege mehr Unterstützung für ihre berufspolitische Vertretung benötigt.

Ein bisher sehr erfolgversprechendes und funktionierendes Modell eines Drei-Monats-Dienstplanes stellte Alexander v. Hof aus seinem Nürnberger Bereich mit ambulanter und stationärer Pflege vor. Die Nürnberger Dienststellen erstellen einen verbindlichen Quartalsplan, der für die Beschäftigten verlässlich ist, weil von Dienstgeberseite in Zusammenarbeit mit der MAV konsequent auf tragfähige Alternativen setzen, statt auf das belastende und eigentlich gesetzeswidrige Holen aus dem Frei. Wie soll das möglich sein, fragen sich alle verwundert, denen bisher dieses „Holen aus dem Frei“ als alternativlos verkauft wurde. V. a. durch zwei bisher unübliche Dienstplangestaltungsmaßnahmen lassen ein "Holen aus dem Frei" überflüssig werden. Das erste ist, das Einführen von (Ruf-) Bereitschafts-, Springer- und Zwischendiensten, welche für den Fall des gar nicht so seltenen überraschenden Personalausfall ein angemessenes Reaktionspotential bereithalten. Das zweite, wodurch Verlässlichkeit und Sicherheit für die Beschäftigen im längerfristigen Dienstplan erreicht wird, ist die konsequente Nutzung der Freizeitausgleich-Anträge durch die Beschäftigten selbst. Laut Alexander bedurfte es für deren Anwendung auch einer gewissen Lernzeit für die Dienstgebervertretung wie auch für die Dienstnehmerkolleg*innen. Doch der Erfolg, der sich mittlerweile dadurch eingestellt hat, sowie die daraus für alle resultierende Motivation, sprechen eindeutig dafür diese sinnvolle Möglichkeit des Plusstundenabbaus der AVR aktiv umzusetzen und zu praktizieren.

Unser Fortbildungstag hat ermutigt und gezeigt, wie wichtig und sinnvoll es ist, nachzufragen und sich zu informieren, weil im beruflichen Alltag dies in der Regel viel zu kurz kommt. Als Fachgruppe Pflege setzen wir uns konsequent für einen sachlichen Dialog und ein konstruktives Miteinander für alle in der Pflege Tätigen ein. Wir freuen uns, wenn Ihr als Betroffene mit uns Kontakt sucht und Euch in unseren Verteiler über die vkm-Geschäftsstelle aufnehmen lasst. Pflege ist immer Teamarbeit. Lasst uns in guter Weise dafür streiten!

Heiko Kernstock für die FG PflegeKrankenpfleger, Diakon, Dipl. Theol. (Univ.)