Bericht vom 5. Fachtag der FG Assistenz+Sekretariat

Fröhlicher Austausch und hoher Besuch

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm im Plenum

Fachtag AsS! 2023

Fröhlicher Austausch und hoher Besuch

Der zweite hybride Fachtag der vkm-Fachgruppe Assistenz + Sekretariat stieß auf großes Interesse – auch, aber nicht nur wegen des angekündigten Besuchs von Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm: Einen Teilnehmer und 101 Teilnehmerinnen durften wir begrüßen, 51 im Zoom und 51 vor Ort in Fürth, St. Paul: eine gute und für uns als Fachgruppenleitung sehr erfreuliche Entwicklung, die vor gut sieben Jahren mit einer Handvoll Kolleginnen begann.

Die Teilnehmer*innen in Fürth wurden mit einem Mittagsimbiss begrüßt und kamen dabei schon hinweg rege ins Gespräch. Auch der erste Tagesordnungspunkt – der Bericht der Fachgruppenleitung – bot Gelegenheit für Austausch und Information, für Kurioses und Haarsträubendes, für Auflockerndes und Erfreuliches aus unseren Arbeitsbereich.

Die Fachgruppenleitung hat sich seit dem letzten Fachtag im Herbst 2021 zehn Mal getroffen, davon zweimal in Präsenz. Die Zoom-Konferenzen sind zu einem festen Bestandteil unserer Arbeit geworden, und der Wegfall von Wegzeiten erhöht die Vereinbarkeit von (Vollzeit-)Beruf und Ehrenamt erheblich. Als Fachgruppe Assistenz + Sekretariat haben wir nach dem Fachtag 2021 unsere Arbeit fortgesetzt und verstehen uns nach wie vor – so lange die Neugründung der vkm-Fachgruppe Verwaltung nicht vollzogen ist – auch als Ansprechpartnerinnen für die Mitarbeitenden in den Verwaltungen.


Ein TOP, der uns wichtig ist: der Bericht über die Arbeit des AsS!-Leitungsteams.

Wir haben im vergangenen Jahr weiterhin am Fortbildungsbeirat der Landeskirche für Sekretärinnen und Assistentinnen teilgenommen, der sich zweimal im Jahr trifft, um das Fortbildungsangebot für unsere Berufsgruppe in den Blick zu nehmen und weiterzuentwickeln. Aus diesem Bereich gibt es zwei zentrale Neuigkeiten: Die Fortbildungsdatenbank im Intranet der ELKB basiert jetzt auf den Evangelischen Terminen, was einerseits die Recherche erleichtert und andererseits ermöglicht, dass die Angebote der verschiedenen Träger, auch der Diakonie, in einer Datenbank zusammengeführt sind. Und: Die inhaltliche und organisatorische Zuständigkeit für Fortbildungen ist zu Jahresbeginn 2023 vom Landeskirchenamt in die Landeskirchenstelle in Ansbach verlegt worden. Auch den Fortbildungsbeirat beschäftigen die tiefgreifenden Veränderungen, die unserer Landeskirche in den nächsten Jahren bevorstehen, denn sie werden durch Fortbildungen zu begleiten sein – angefangen bei der Umstellung auf AHP / Microsoft 365 und neuen Qualitäten der digitalen Zusammenarbeit, bis hin zur Schulung von Assistenzen, deren Aufgabenbereich sich ändert und erweitert.

Wir waren so konzentriert im Austausch, dass wir darüber fast die Kaffeepause vergessen hätten. Noch während wir im Foyer beisammenstanden, gesellte sich Dr. Bedford-Strohm zu uns und stieg gleich in den informellen Austausch mit ein – die Rückkehr ins Plenum fiel uns fast schwer.

Ein Landesbischof, der sich auf uns einließ und seine Kirche für ein paar Augenblicke aus unserer Sicht betrachtete.

Als Landesbischof ist er der erste Repräsentant unserer Kirche; die Kirche ist unser Arbeitgeber, und wir wünschen uns – in Anlehnung an die Jahreslosung 2023 – einen Arbeitgeber, der uns sieht. Daher verbanden wir mit unserer Einladung die Hoffnung und Erwartung, dass der Landesbischof, der das Große und Ganze im Blick hat, durch unsere Berichte und Anliegen das ein oder andere Detail unseres Arbeitsalltags mit uns unter die Lupe nimmt und genau hinschaut. Wir hatten sein Versprechen, dass er das, was er in Fürth hört und sieht, an die Zuständigen weiterträgt. Einen dieser Zuständigen hatte er mitgebracht: Auch den Rechtsreferenten der ELKB, Gerhard Berlig, durften wir in Fürth begrüßen. Fragen aus den Bereichen Eingruppierung und Arbeitsrecht konnten so direkt aufgegriffen werden.

Dr. Bedford-Strohm schilderte uns zunächst die Lage der Landeskirche aus seiner Sicht. Sein Fazit: Kommunikation zwischen allen Akteuren ist das A und O in den großen Veränderungsprozessen. Dass hier allerorten noch viel Luft nach oben ist, dessen ist er sich bewusst. Mitdenken und sachliche Kommunikation von allen Seiten sieht er für diese Veränderungen als unverzichtbar an. Unsere Berufsgruppe begreift er als entscheidenden Türöffner, denn wir sind häufig die ersten Ansprechpartner*innen, in denen Kirche für die Menschen konkret wird. Dass viele Kolleg*innen sich wenig wahrgenommen fühlen und erleben, in die Veränderungsprozesse nicht einbezogen und vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden – das schien ihm so nicht bewusst zu sein.

Die Kolleginnen hatten anschließend Gesprächsbedarf zu den verschiedensten Themen: Arbeitszeit, Eingruppierung, Überlastung und Überstunden, Fragen und Bedenken hinsichtlich der Organisation von Pfarreibildungen u.a.m. Der Landesbischof zeigte sich erstaunt, wie wenig Wert auf Mitarbeitendenjahresgespräche gelegt wird (von rund 100 Teilnehmenden konnten weniger als die Hälfte von regelmäßigen MAJ berichten), und bittet darum, diese aktiv bei den Vorgesetzten einzufordern. Auch, dass nur eine Minderheit der Teilnehmenden Stellenbeschreibungen und Dienstanweisungen haben und dass diese auch nicht selbstverständlich aktuell gehalten werden, hatte er nicht erwartet. Er sicherte zu, diese Notwendigkeiten auf der Hesselberg-Konferenz der Dekan*innen zur Sprache zu bringen.

Ausdrücklich bat er uns, freundlich und aktiv einzufordern, was bislang zu kurz kommt: Das gilt für Kommunikation und Informationsfluss ebenso wie für fehlende oder veraltete Dienstanweisungen, regelmäßige Jahresgespräche und die frühzeitige Beteiligung an den Veränderungsprozessen unserer Kirche. Weitere Bitten und Anregungen aus unserer Runde, die der Landesbischof notierte, waren unter anderem: die Schaffung eines „Grundkurses Personalverantwortung“; die Einbeziehung der Mitarbeitenden an der Basis – mit Respekt vor ihrer Kompetenz und im Bewusstsein, dass auch sie es sind, die beschlossene Veränderungen in die Tat umsetzen und mit Leben füllen; die Beachtung der Reihenfolge 1. Information, 2. Schulung, 3. Umsetzung bei Veränderungen am Arbeitsplatz – nicht umgekehrt; das Angebot einer „Checkliste Pfarreibildung“; die Bitte, Schulungen und Fortbildungen für Sekretär*innen nicht weiter einzukürzen und ins Digitale zu verlegen.

Blieben uns, bevor wir den Fachtag mit einem Reisesegen des Landesbischofs beschlossen, zwei erfreuliche und ein trauriges Dankeschön: Ein Dankeschön an Alexander Geurtzen, der uns technisch begleitete und den Zoom betreute. Ein Dankeschön an Christiane Fischl für ihr Wirken hinter den Fachtagskulissen. Und ein besonderes Dankeschön an Christine Gölkel, die sich nach jahrelangem Engagement aus der Fachgruppenleitung verabschiedete.

Auf dem Fachtag 2024 wird ein neues Leitungsteam gewählt. Bitte überlegt euch, ob ihr in der Fachgruppenleitung mitwirken wollt und meldet euch gerne schon jetzt bei uns – „Schnuppernde“ willkommen!

Unsere Hoffnung war, dass Landesbischof Dr. Bedford-Strohm sich auf uns einlässt, dass er genau hinschaut und die Details unseres Arbeitsalltags in der Evangelischen Kirche mit uns unter die Lupe nimmt. Diese Hoffnung hat sich aus unserer Sicht beim Fachtag 2023 erfüllt. Die Lupe, die er zum Abschied bekommen hat, möge ihm beim Hinschauen auch in Zukunft hilfreich sein: für den Rest seiner Amtszeit und – in anderen Zusammenhängen – darüber hinaus.

Bärbel Fath
für das Leitungsteam der vkm-Fachgruppe Assistenz + Verwaltung
ass@vkm-bayern.de

Eindrücke vom Fachtag

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