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Auf ein Wort

Liebe Schwestern und Brüder,

sind Sie ab dem 1. Januar auch mehr wert?

Mit Beginn des neuen Jahres wird durch die Anhebung der Mehrwertsteuer alles um mindestens 3% teurer werden. Erste vorauslaufende Preisanstiege konnten wir in den letzten Wochen bereits feststellen. Aber was heißt „Mehr-Wert-Steuer“ eigentlich? Das ist eine Steuer darauf, dass ein Gegenstand oder eine Dienstleistung durch Bearbeitung oder Weitergabe mehr an Wert erhält. Anders gesagt: Wenn ich einen Gegenstand mir besorge und den dann jemandem anderen zur Verfügung stelle, hat dieser Gegenstand für den anderen mehr Wert, weil er ihn kaufen oder benutzen kann. Und das wird dann versteuert. – Eigentlich ganz einfach! – Oder???

Keine Angst, ich möchte jetzt hier nicht über Wirtschaftskreisläufe oder Steuerrecht philosophieren, sondern ich frage mich einfach, ob unsere Arbeit, unser Dienst, den wir im ganzen Land leisten, ab Januar dann auch 3% mehr wert ist? Wenn wir unseren Lohnzettel ansehen, werden wir darauf bestimmt keine Steigerung feststellen können. Ebenso werden wohl auch unsere Chefs uns nicht um 3% mehr Freundlichkeit oder Verständnis entgegen bringen – wohl kaum, auch wenn es schön wäre und durchaus interessant, es einmal auszuprobieren.

Nein, den Wert unserer Arbeit können und dürfen wir so nicht messen. Diesen Wert erfahren oder erspüren wir dann, wenn sich die Zufriedenheit damit darin ausdrückt, dass keiner meckert – ab und zu vielleicht jemand „Danke“ sagt, oder dass ein Gemeindeglied nach dem Weihnachtsgottesdienst kommt und meint: „Schön haben Sie heuer die Bäume wieder geschmückt.“ In diesen Momenten lässt sich der Wert unserer Arbeit erkennen. Diese Momente müssen wir auch als Wertschätzung erkennen und wahrnehmen. Wenn wir allerdings selber nicht bereit sind unserer Arbeit einen gewissen (Grund-)Wert beizumessen, dann kann dieser auch nicht von außen vermehrt werden.

Es liegt also zunächst an uns, wie viel uns unsere Arbeit und wir uns selbst wert sind. Erst dann können wir den Wert steigern.

In diesem Sinne wünscht Ihnen die Fachgruppe Kirchner ein „wertvolles“ und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr 2007

Ihr

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