Verfasste Kirche: Tarifabschluss unter Dach und Fach

Stellungnahme zu den aktuellen Entgeltverhandlungen in der Verfassten Kirche
Augsburg, den 14.01.22
 

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verfassten Kirche wird es voraussichtlich mit Auszahlung im März die Corona-Sonderzahlung in Höhe von 1300 Euro für Vollzeitbeschäftigte (Teilzeitbeschäftigte entsprechend dem Anteil ihrer Arbeitszeit) geben. Ab 1. Januar 2023 wurden Tarifsteigerungen in Höhe von 2,8% vereinbart. Verhandelt wurde das  am 11. Januar in der Arbeitsrechtlichen Kommission (ARK) durch den Verband kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (vkm-Bayern) mit den Dienstgebern.

Damit wird in vollem Umfang den Erwartungen der Mitarbeitenden hinsichtlich des Dankes in Form einer Sonderzahlung entsprochen.

In Zeiten, in denen man aus verschiedensten Gründen mit einer sinkenden Finanzkraft innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern rechnen muss, hat der vkm-Bayern damit ein sehr gutes Verhandlungsergebnis erzielt. Der Tarifvertrag der Länder hatte vorgelegt. Allerdings fällt es dem kommunalen und öffentlichen Bereich sicher wesentlich leichter, einen solchen Corona-Bonus zu finanzieren, als es der Kirche geht, die im Übrigen die Summe selbständig ohne staatliche Hilfe stemmen muss!

Dabei bleibt es zusätzlich nach wie vor dabei, dass die kirchlichen Mitarbeitenden eine Besserstellung im Bereich der Betriebsrente EZVK genießen, da sie nach wie vor keinen Eigenbeitrag zu leisten haben. Lediglich durch eine etwas später (Januar statt Dezember) eingeführte Entgelterhöhung von 2,8% wird diese in Teilen kompensiert.

Erreicht wurde zudem, dass Auszubildende und Berufspraktikant*innen ebenfalls einen Bonus in Höhe von 650 Euro erhalten. Gleiches gilt in ganz besonderer Weise im Abschluss der ARK für alle Erzieherpraktikant*innen (SPS und SEJ). Diese Initiative des vkm wurde letztlich von der Landeskirche unterstützt. Damit wird in besonderer Weise auch der Jugend für ihren Einsatz in diesen schwierigen Zeiten gedankt.

Alles Weitere ist der Presseerklärung zu entnehmen.

Gerd Herberg, vkm-Bayern

Im Vergleich dazu der Abschluss in der Diakonie Bayern.

Augsburg, den 27.12.21
 

Entgelterhöhung und Bonuszahlung in der Diakonie 2022

Liebe Kolleginnen und Kollegen

In letzter Zeit wurde die Arbeitsrechtliche Kommission (ARK Bayern) des Öfteren wegen des Corona- Bonus in der Diakonie Bayern in Höhe von 250 Euro angefragt. Als Verband und Gewerkschaft in Kirche und Diakonie führen wir dort die Verhandlungen für die Mitarbeitenden auf der Dienstnehmerseite und antworten gerne darauf.

Es ist uns bewusst, dass ein Bonus ein Zeichen der Wertschätzung ist. Es braucht gerade in den Zeiten wie diesen einen stabilen Lohnzuwachs und wertschätzendes Handeln. Das kann und darf auch an der Diakonie nicht vorbeigehen.
Wir haben im Vorfeld des Abschlusses sehr lange unter uns im Verband darüber diskutiert, ob denn Ausschüttungen von Boni wirklich der langfristig richtige Weg sind, die Löhne zu steigern.

Die Meinung des vkm-Bayern: Nur auf geregelten Entgeltsteigerungen kann auf Dauer gebaut werden!

Noch dazu ist es bei der Auszahlung von Boni gar nicht zu vermeiden, dass es zu Ausgrenzungen kommt. Das betrifft Kolleginnen und Kollegen, die durch die Zuzahlung aus welchen Gründen auch immer gerade nicht mehr in den Genuss der Zahlung kommen. Diese Ausgegrenzten sagen mit Fug und Recht dass sie den Bonus doch auch verdient hätten (knapp daneben und doch nicht erreicht). Der Ungerechtigkeit ist Tür und Tor geöffnet!

Der Verband kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bayern bringt dagegen regelmäßige und damit wirklich effiziente Entgeltsteigerungen voran. Diese zeigen langfristige und anhaltende Wirkung. Sie sind nicht an Bedingungen und Berufsfelder geknüpft, sondern kommen allen zu Gute.
Gerade dafür tragen wir in der Arbeitsrechtlichen Kommission Sorge und das ist unserem Abschluss für die Diakonie vom 07. Juli 2021 zu entnehmen. Die linearen Steigerungen erfolgen zum 01.April 2022.

Zusammen mit der Entgelterhöhung von 1,8% für alle, bezogen auf das Jahr 2021, entspricht das Gesamtpaket einer Gehaltssteigerung z.B. für die E4 Stufe 1 von 4,56% und in der E8 Stufe 3 immer noch um 3,61%. Das kann sich im Vergleich durchaus sehen lassen, zumal wir im Gegensatz zu anderen Abschlüssen nach wie vor keine Eigenbeteiligung der Mitarbeitenden an der Zusatzversorgung haben (da sind ansonsten durchaus höhere Abzüge hinzunehmen).

Die Bereiche Pflege, Betreuung, Erziehung und Integration haben wir mit unserem Abschluss durch eine deutliche Zulagenerhöhung in den Blick genommen. Gerade für diese Berufsgruppen erscheint es uns besonders wichtig, ein langfristiges Zeichen zu setzen.
Nach längeren Diskussionen haben wir uns im vkm-Bayern trotz aller Vorbehalte dafür entschieden, uns ebenfalls für einen Bonus als ein Zeichen der Wertschätzung einzusetzen. Beinhaltet ist eine anteilige Bonuszahlung in Höhe von 250 Euro für alle, die am 01.10.21 und am 31.03.22 in einem Dienstverhältnis stehen. Praktikanten und Auszubildende erhalten ähnlich wie in anderen Tarifverträgen den Bonus anteilig mit 125 €.

Nun weist z.B. der eben abgeschlossene Tarifvertrag der Länder vom 29. November 2021 doch tatsächlich einen weitaus höheren Coronabonus in Höhe von 1300 Euro aus, als die für die diakonischen Träger verhandelten 250 Euro in der Arbeitsrechtlichen Kommission. 1300 Euro hören sich im ersten Moment als sehr viel an. Dagegenzustellen ist jedoch, dass es deshalb vertraglich geregelt im TV-L erst in einem Jahr, also im Dezember 2022 überhaupt wieder zu Entgelterhöhungen kommt! Das bedeutet hinsichtlich der tabellarischen Entgelterhöhung eine Nullrunde für sage und schreibe 14 Monate! Langfristiges Handeln ist das nicht und der Bonus ist bald verbraucht.

Auch der Bonus im TVöD liegt augenscheinlich höher als der für die Arbeitsvertragsrichtlinien in der Diakonie Bayern ausgehandelte. Der höhere Bonus im TVöD überdeckt allerdings eine Spanne in der es keine Entgelterhöhung gab von immer noch 7 Monaten!

Nur beim ersten Hinsehen scheint es sich deshalb bei einem Bonus von 250 Euro in der Diakonie um eine verhältnismäßig niedrige Summe zu handeln. Allerdings beinhalten die Arbeitsvertragsrichtlinien Bayern so gut wie keine Nullrunde. Dieser Bonus ist eben tatsächlich „obenauf“. Der vkm-Bayern hat das in 2021 in langen Verhandlungsrunden erkämpft. Der ausgehandelte Coronabonus muss gerade von den kleineren diakonischen Trägern erst einmal erwirtschaftet werden. Er wird nicht, wie es wohl mit anderen Boni auf Dauer sein wird, mit Steuererhöhungen erkauft und ist nicht refinanziert.

Noch der Hinweis: Die maximale steuerfreie Auszahlungsmöglichkeit beträgt für alle erhaltenen Boni zusammen 1500 €. Diese Summe ist bei vielen, speziell in der Pflege, bereits erreicht.
Wir werden uns weiter für lineare Entgelterhöhungen einsetzen. Nachdem wir das für alle tun, ist es an der Zeit, Mitglied im vkm zu werden, um uns den Rücken zu stärken (www.vkm-bayern.de) und nicht nur zu profitieren!

Für den vkm-Bayern Gerd Herberg

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